Uhudler

Uhudler – die besonderen Trauben und ihre Geschichte

Eine außergewöhnliche Weinspezialität

Der Uhudler ist eine unverwechselbare Weinspezialität aus dem Südburgenland. Seine Besonderheit liegt in den traditionellen Direktträger-Reben, seiner eigenständigen Aromatik und einer bewegten Geschichte. Vor allem die intensive Frucht, die an Walderdbeeren und Himbeeren erinnert, macht ihn unter österreichischen Weinen unverwechselbar.

Doch Uhudler ist nicht nur rot: Auch weiße Varianten gehören zu seiner Tradition. Die Vielfalt beginnt bei den unterschiedlichen Trauben und reicht bis zu verschiedenen Weinstilen.

Auf einen Blick

  • Herkunft: Südburgenland, Burgenland

  • Rebsorten: Concord, Delaware, Elvira und Ripatella

  • Besonderheit: Direktträger-Reben

  • Varianten: Rot, Weiß und Rosé

  • Aromatik: Waldbeeren, Himbeeren und Erdbeeren

  • Charakter: eigenständig, fruchtbetont und lebendig

Die Trauben des Uhudlers

Die Uhudler-Tradition ist eng mit amerikanischen Direktträger-Reben verbunden. Direktträger sind Rebstöcke, die auf ihren eigenen Wurzeln wachsen und nicht auf europäische Unterlagsreben gepfropft wurden.

Für den Uhudler nennt das österreichische Landwirtschaftsministerium vier Rebsorten: Concord, Delaware, Elvira und Ripatella. Ihre unterschiedlichen Eigenschaften prägen die Vielfalt dieser südburgenländischen Spezialität.

Concord ist eine dunkelbeerige Sorte und zählt zu den bekannten Vertretern der Uhudler-Tradition. Delaware gibt es in roten und weißen Ausprägungen. Elvira gehört zu den hellbeerigen Sorten. Ripatella ist eine weitere wichtige Direktträgersorte; genetische Untersuchungen beschreiben sie als identisch mit Concord.

Historisch sind darüber hinaus Namen wie Isabella, Noah, Clinton und Othello mit den amerikanischen Direktträgern verbunden. Sie gehören zur Geschichte und Sortenvielfalt, dürfen aber nicht pauschal mit den heute für Uhudler zugelassenen Sorten gleichgesetzt werden.

Roter und weißer Uhudler

Roter Uhudler ist die bekannteste Variante. Er zeigt je nach Sorte und Ausbau Farbtöne von zartem Rosa bis Ziegelrot. Seine Aromatik erinnert häufig an Waldbeeren, Himbeeren und Erdbeeren.

Weißer Uhudler erweitert das Spektrum um eine helle Variante. Hier spielt insbesondere die weiße Delaware eine Rolle; auch Elvira gehört zu den hellbeerigen Sorten der Uhudler-Tradition. Die Weine können von blassem Strohgelb bis Hellgelb reichen und besitzen einen eigenständigen Charakter.

Auch roséfarbene Trauben und Weine gehören zur Vielfalt. Die Farbe des fertigen Weins hängt allerdings nicht allein von der Beerenfarbe ab, sondern ebenso von der Verarbeitung.

Die bewegte Geschichte des Uhudlers

Die Geschichte des Uhudlers beginnt mit einer Krise des europäischen Weinbaus. Ab etwa 1870 breitete sich die Reblaus in Europa aus und zerstörte zahlreiche Weingärten. Amerikanische Reben erwiesen sich als widerstandsfähiger gegen den Schädling. Sie wurden zunächst als Unterlagen für europäische Rebsorten verwendet, später aber auch unveredelt als Direktträger angepflanzt.

Im Südburgenland entwickelte sich daraus eine eigene Weintradition. Die erste schriftliche Verwendung des Namens „Uhudler“ stammt aus dem Jahr 1950. Der Name wurde zum Erkennungszeichen einer regionalen Spezialität.

Die Vermarktung war jedoch lange umstritten. 1929 wurde eine Kennzeichnungspflicht für Direktträgerweine eingeführt. 1936 folgten weitere Einschränkungen, darunter ein Verbot des Verschnitts mit klassischen Weinen. 1961 wurde der Verkauf und Ausschank untersagt; der Wein durfte nur noch als Haustrunk verwendet werden.

Mit dem österreichischen Weingesetz von 1985 wurde die Inverkehrbringung endgültig untersagt. Der 1987 gegründete Verein der Freunde des Uhudlers setzte sich für die Wiederzulassung und den Schutz der Bezeichnung ein. 1989 wurde der Name als Wort-Bild-Marke angemeldet. 1992 wurde Uhudler wieder in das österreichische Weingesetz aufgenommen und durfte unter den geltenden Voraussetzungen erneut vermarktet werden.

2004 wurde die Bezeichnung für regionaltypische Direktträgerweine aus dem Südburgenland erneut beim Patentamt registriert. Damit wurde die regionale Identität des Uhudlers weiter gestärkt.

Das typische Aroma – fruchtig und unverwechselbar

Das Aromaprofil des Uhudlers unterscheidet sich deutlich von vielen klassischen europäischen Weinen. Typisch sind Noten von Walderdbeeren, Himbeeren, Erdbeeren und anderen Waldbeeren. Hinzu kommt der charakteristische sogenannte Foxton, auch als Fuchsigkeit bezeichnet.

Je nach verwendeter Rebsorte und Ausbau kann der Geschmack unterschiedlich ausfallen. Häufig prägt eine lebendige, teils markante Säure den Gesamteindruck. Gerade diese eigenständige Aromatik macht den Reiz des Uhudlers aus.

Uhudler bei Weinkontor Scheucher

Die Uhudlerei Mirth aus Eltendorf im Südburgenland zeigt mit ihren Weinen verschiedene Facetten des roten Uhudlers:

  • Uhudler Original Rot: charaktervolle Frucht mit intensiven Walderdbeer- und Cranberrynoten.

  • Uhudler Eros: halbtrockene Variante mit ausgeprägter Walderdbeerfrucht und lebendiger Säure.

  • Uhudler Frizze Rot: prickelnder Uhudler-Perlwein mit zugesetzter Kohlensäure und feiner Perlage.

Entdecken Sie die drei unterschiedlichen Interpretationen und lernen Sie eine besondere Spezialität des Südburgenlands kennen.

Weitere österreichische Weine finden Sie in unserer Kategorie Weine aus Österreich.

Häufige Fragen zum Uhudler

Welche Rebsorten werden für Uhudler verwendet?

Das Landwirtschaftsministerium nennt Concord, Delaware, Elvira und Ripatella als Uhudler-Rebsorten.

Gibt es weißen Uhudler?

Ja. Weißer Uhudler wird unter anderem aus hellbeerigen Direktträger-Rebsorten wie Delaware weiß hergestellt.

Was bedeutet Direktträger?

Direktträger sind Reben, die auf ihren eigenen Wurzeln wachsen und nicht auf eine andere Rebe gepfropft wurden.

Woher kommt der Uhudler?

Seine Heimat ist das Südburgenland im Burgenland. Besonders eng verbunden ist er mit den Bezirken Güssing und Jennersdorf.

Wie schmeckt Uhudler?

Typisch sind Aromen von Waldbeeren, Himbeeren und Erdbeeren sowie der charakteristische Foxton. Häufig besitzt er eine lebendige Säure.

Warum war Uhudler verboten?

Die Vermarktung von Direktträgerweinen wurde im 20. Jahrhundert durch gesetzliche Regelungen stark eingeschränkt und 1985 endgültig untersagt. 1992 wurde Uhudler unter bestimmten Voraussetzungen wieder zugelassen.

Uhudler Eros halbtrocken, Uhudlerei Mirth

Intensive Walderdbeerfrucht, feine Süße und eine lebendige Säure: Der Uhudler Eros von Mirth ist ein ausdrucksstarker Genuss aus dem Südburgenland.
12,50 €
Preis pro Liter : 16,66 €
Lieferzeit: 2-3 Tage
inkl. 19% Steuer (2,00 €), plus evtl. Versandkosten von WKS-Weinkontor Scheucher

Uhudler Frizze Rot, Uhudlerei Mirth

Ein prickelnder Genussmoment aus dem Südburgenland: Uhudler Frizze Rot begeistert mit verführerischer Walderdbeerfrucht und feiner Perlage.
15,50 €
Preis pro Liter : 20,66 €
Lieferzeit: 2-3 Tage
inkl. 19% Steuer (2,48 €), plus evtl. Versandkosten von WKS-Weinkontor Scheucher

Uhudler Original Rot, Uhudlerei Mirth

Fruchtiger Uhudler vom Weingut Mirth mit intensiven Walderdbeeraromen, lebendiger Säure und unverwechselbarem Charakter.
11,65 €
Preis pro Liter : 15,53 €
Lieferzeit: 2-3 Tage
inkl. 19% Steuer (1,86 €), plus evtl. Versandkosten von WKS-Weinkontor Scheucher